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Gernania Massen II : TSG III    22:27 (HZ 6:16)
 
Mit einer relativ überschaubaren Personenzahl trat die "Dritte" am letzten Samstag die Reise nach Massen an. Glücklicherweise wurden die 6 Feldspieler ( alle bereits mit grauem Haaransatz und jenseitz der 40) von 2 Jugendspielern unterstützt. Ansonsten hätte man  denken können das da eine Alt-Herrentruppe zur Landesgartenausstellung oder in den Wörlitzer Park fährt. Einziger Vorteil einer so dünnen Spielerdecke ist, das jeder viele Haken in der Umkleide belegen und der Turnbeutel quer stehen kann. Das war dann aber schon alles. Die Germanen aus Massen schienen sich als momentaner Tabellenzweiter richtig was vorgenommen zu haben. An ihrer fast einstündigen Erwärmungszeremonie beteiligten sich 14 Spieler sehr aktiv, wobei am Spielfeldrand noch einige Kollegen standen die kein Trikot mehr bekommen haben.

Ich glaube auch ein paar mitleidige Blicke einiger Tribünengäste, beim Betrachten unseres personell limitierten Ensembles, gesehen zu haben. Das allerdings Qualität vor Quantität geht, hat ja schon der russische Vorarbeiter Alexei Bassow in seiner gleichnamigen Methode festgestellt. Der ein oder andere hier wird sich mit Sicherheit noch daran erinnern.

Als beim Anpfiff der beiden Spielleiter aus Lübben die Gastgeber noch mit abklatschen und motivieren beschäftigt waren, schlug bereits das erste Wurfgeschoß von Gelee im Winkel des Kastens ein. Massen fand von Beginn an überhaupt nicht in das eigene Spiel und scheiterte reihenweise am Deckungsblock der TSG Männer. Jeder verzweifelte Versuch das Lübbenauer Bollwerk zu überwinden, endete zumeist in den Abwehrarmen oder wurde von Schufte locker wegmoderiert. Im Angriff agierte die "Dritte" clever und nutzte das unsortierte Abwehrverhalten der Hausherren gnadenlos aus. Gelee fand sichtlich gefallen an den riesigen Lücken in der Massener Hintermannschaft und ballerte erfolgreich aus allen Lagen. Falls dann mal was daneben ging und der Gastgeber sein jugendliches Sprintvermögen in Form eines Konters  präsentierte, scheiterten sie an Schufte, dem einzigen Torwächter der Spreewälder an diesem Tage. In geübt lässiger Weidmannsgeduld antizipierte er die Würfe und ließ die Schützen mächtig alt aussehen.
 
So kam es das der kühle Traubensaft beim Halzeitstand von 16:6 aus TSG Sicht allen besonders gut mundete und MV Pitti auch nichts zu meckern hatte. Lediglich einen netten Hinweis gab er den Akteuren mit auf den Weg, bitte keine unnötigen Fouls, die uns selbst personell weiter schwächen. Dieser freundliche Ratschlag der durchaus als konstruktive Kritik von der Bank gewertet werden darf wird hier im nächsten Abschnitt gleich erneut zum Thema werden. Vorher hieß es aber noch schnell pullern gehen, die BL Spielstände auf dem Handy checken und schnell raus aus der Umkleide mit direktem WC-Zugang. Diesem Umstand geschuldet verbreitete die Kabine mittlerweile Nasentechnisch gesehen den Charm einer transelvanischen Hundesauna was uns aber alle Sinne schärfen ließ.
 
Das Heimteam rotierte mächtig durch und es standen uns nun ein paar neue Gesichter gegenüber. Das war dann aber schon alles neue was Massen im 2. Durchgang zu bieten hatte. Egal wen das Trainerteam da alles aus dem Hut zauberte, die 10 Tore Führung der gut gekleideten und im Schnitt 20 Jahre älteren Gäste war wie in Stein gemeiselt. Selbst das in der 36. min. vom "Goldene Axt" Inhaber immer wieder gern zelibrierte Revanchefoul, was logischerweise mit Dunkel-Rot geahndet wurde, vermochte daran nichts zu ändern. Unbeirrt spielte die Büttner Truppe weiter ihren Stiefel runter und steuerte den luftig besetzten TSG Kahn sicher Richtung Hafen.
 
In der 50. Spielminute verweigerte dann Noldchens Wadenmuskulatur endgültig die Arbeit, was bedeutete das wir ab dato ohne jegliche Wechseloption waren. Borchi konnte sich auf der allseits beliebten Rechtsaussen-Position voll entfalten. Rissi durfte nun seit vielen Jahren mal wieder den Kreis verlassen und kam endlich mal in den Genuss das Spielfeld richtigrum zu betrachten. Schufte beobachtete derweil das Schankpersonal am mobilen Tresen. Dort hatte er weitsichtig bereits in der Halbzeit Bier für das Spielende geordert. Ein Wort noch zu unseren beiden sympathischen Jugendspielern die so nett waren uns zu unterstützen - herzlichen Dank Euch. Robin beackerte fast 60 Minuten unermütlich die linke Außenbahn und lieferte eine starke Leistung ab. Sicherheit im Abspiel und flink in der Abwehr zeichneten ihn aus. Mit Willi hatten wir ein weiteres Ass im Ärmel welches wir auf der Rückraumposition ausspielen konnten. Mit 2 sehenswerten Treffern trug er sich auch umgehend in die Torschützenliste ein. Beiden kann hier ein gelugener Einstand bei ihrem allerersten Männerspiel attestiert werden! Und Jungs das mit dem Biertrinken bekommen wir auch noch hin.
 
Einzig der Germania Coach konnte oder wollte nicht verstehen das seine 14 "Jungbullen" nicht annähernd in der Lage waren die "Dritte" zu gefährden. So motzte er sich bei den geduldigen Schiedsrichtern nach unzähligen Versuchen doch noch zu einer Zeitstrafe. Irgendwie auch verständlich bei soviel gesehener Handballkost am unteren Begabungsrand. Das die Hausherren in den letzten Spielminuten noch eine kosmetische Korrektur durchführen konnten sei ihnen gegönnt und zeigte zumindestens Kampfgeist auf. Absolut erstklassig ist hingegen die gastronomische Versorgung im Massener Sportcenter. Pils, Kaffee und Bockwurst, alles da was das Sportlerherz begehrt.
 
Nächste Woche Sonntag um 11.00 Uhr dürfen wir die Sportfreunde aus Ruhland/Schwarzheide in der Gelb/Blau Arena begrüßen. Da Noldchen anschließend zum Schmaus geladen hat ist mit einer maximal besetzten "Dritten" zu rechnen. Diesem Spektakel sollte das Lübbenau Fachpublikum in lockerer Frühschoppenatmosphäre unbedingt beiwohnen. Das Verkaufsteam berät sie gern und umfangreich bei der Speisen/-Getränkeauswahl im Hallenbistro. Getreu dem Motto, Glück ist leicht einen im Tee zu haben und keine Termine.
 
Fazit
1. Ob du mit 6 Feldspielern in Massen antrittst oder im Karibikurlaub die Strickjacke vergisst kommt aufs selbe raus, beides ist vollkommen egal. Nicht egal ist hingegen unsere 7m Ausbeute. 4 Stück erhalten, 4 Stück verballert. Hier heißt es üben, üben, üben, nicht das noch irgendwann ein Torwart werfen will.
2. Sonntag beim Heimspiel erwarte ich unabhängig der angekündigten Festivitäten eine knallvolle Mannschaftskabine. Diese letzwöchige Minibesetzung kann und darf sich nicht mal annähernd wiederholen. Der Spielplan ist seit ewigen Zeiten bekannt und sollte oberste Priorität besitzen. Leute wir sind hier nicht auf dem Gnadenhof.
3.  Sehr geehrter Inhaber der "Goldenen Axt" niemand (aus Martin vielleicht) will Dir das Ding wegnehmen. Bitte höre auf die weisen Worte Deines erfahrenen Trainerteams, vor und während des Spiels. Jemanden nicht umnieten heißt auch jemanden nicht umnieten.
4.  Die ersten Bäume verlieren ihr Blattwerk, das morgendliche Scheibenkratzen ertönt von den Parkplätzen der Stadt und die Hauskamine qualmen immer häufiger. Alles sichere Zeichen für den nahenden Winter. Begrüßen auch wir die kalte Jahreszeit mit einem geflegten Eisbein.
 
Tor: Schufte
Feld: Borchi, Chris 2, Goldaxt 4, Noldchen 2, Gelee 11, Willi 2, Rissi 6, Robin
MV: Pitti
 
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