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Lübbenau. Es ist vollbracht. Drei Spieltage vor Ultimo haben die Männer der TSG 3 den Anker geworfen und den Kahn sicher im Meisterhafen der Landesliga Süd-Ost festgemacht.

 

Die „45 Dinger“ gegen Dahlewitz II

Schon beim Aufwärmen am Sonntagvormittag war klar: Hier brennt nichts an. Ein ungewohnt breiter Kader schob sich durch die Halle. Ein Luxusproblem, das wir in dieser Landesligasaison leider zu selten hatten. Bevor jedoch der erste Pfiff ertönte, wurde eine alte Tradition gepflegt: Finschi servierte einen Fingerhut voll mit Wildbeeren-Extrakt, der die Sinne schärfen sollte. Diese kleine Zeremonie schien wahre Wunder zu wirken, denn die Mannschaft trat mit einer Präsenz auf, die keinen Zweifel am Heimsieg ließ. Besonders Matthias „Schnee“ Lehmann und Maya bildeten im Mittelblock eine Mauer, die mit so viel Fingerspitzengefühl und leidenschaftlicher Beinarbeit agierte, dass sie für die Landesliga fast schon überqualifiziert wirkte. Nach dem internen Motto „Zieht mal den Finger“ schalteten die Hausherren blitzschnell um und überrannten die Gäste förmlich mit präzisen Kontern. Auch im Angriff zeigten die Rückraumspieler ihre Klasse und wickelten die gegnerische Deckung im schnellen 1-gegen-1 regelrecht um den Finger. So ging es mit einer komfortablen 23:10-Führung in die Kabine, wo dennoch kritisch der Finger in die Wunde gelegt wurde, um die Konzentration für die zweiten 30 Minuten hochzuhalten.

Das muntere Durchwechseln tat dem Spielfluss keinen Abbruch, und kurz vor dem Ende kam es zu den wohl emotionalsten Momenten des Tages: Martin und „Finger-Robert“ erzielten ihre ersten Saisontore, was die Stimmung endgültig zum Überkochen brachte. Am Ende konnte einem der Dahlewitzer Keeper wahrlich leidtun, dem insgesamt 45 Bälle durch die Finger glitten, während der Tabellenführer beim Endstand von 45:25 die vorzeitige Meisterschaft mit exklusiver Braukunst feierte.

 

Spreewald-Derby und Pokalübergabe

Zum letzten Heimspiel der Saison stand das prestigeträchtige Derby gegen die Nachbarstadt auf dem Plan. Da die Gäste der gewünschten Verlegung auf den Abend nicht zustimmten, entwickelte sich die Partie in der Olaf-Mann-Arena bei sommerlichen 28 Grad Außentemperatur zu einer echten Hitzeschlacht zur Mittagsstunde. Trotz der Abwesenheit von Finschi reichten die letzten Reserven des Motivationsgetränks aus, um die Hausherren von Beginn an auf Betriebstemperatur zu bringen. Die Defensive agierte in einer bärenstarken 6:0-Formation, die den Gegner vor unlösbare Aufgaben stellte. In seinem allerletzten Spiel (Karriereende) bewies Andre noch einmal seine ganze Klasse; als gelernter Bänker zahlte er insgesamt vier Treffer auf sein Torkonto ein und sorgte für eine schnelle 4:0-Führung.

Obwohl MV Röcki nach 16 Minuten Redebedarf anmeldete und per Grüner Karte gegen den aufkommenden Schlendrian vorging, blieb die Spielkontrolle gewahrt. Tony im Tor agierte wie ein routinierter Feuerwehrmann und löschte viele brenzlige Angriffe der Gäste mit spektakulären Paraden, sodass man mit einem 20 zu 14 Tore-Vorsprung in die Pause ging. Dass die Punkte in der einzig wahren Spreewald- Handball-Hochburg  bleiben war auch den Gästen schon nach 30 Minuten klar. Nach dem Seitenwechsel drehte MVP Sep richtig auf, im Stile eines Express-Paketzustellers lieferte er seine Konter gnadenlos ab und baute den Vorsprung zum 26:18 weiter aus. Martin, unser Hobby-Metallbauer, fackelte nicht lange und „schweißte“ den Ball zum 30:21 präzise in den Winkel ein. Obwohl die Gäste aus der Nachbarstadt an diesem Tag absolut chancenlos waren, bewiesen sie sportliche Fairness. Für das Tabellenschlusslicht gab es gegen die spielerische Übermacht des Traditionsvereins aus Lübbenau keine Punkte zu holen. Auch Schnee kam seiner Leidenschaft als Spitzen-Kellner nach indem er den Ball perfekt an den Kreis serviert hatte übernahm Florian das Zepter und erteilte dem Gästekeeper eine  Lehrstunde und Netzte zum 36:23 Heimsieg ein.

Mit dem Schlusspfiff und der anschließenden Pokalübergabe durch den Staffelleiter war es amtlich, die Handballer der TSG aus Lübbenau sind offiziell Meister der Landesliga Süd-Ost.

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